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Abstract illustration of blue spheres aligned in rows, with one gold sphere moving ahead to represent strategic leadership and adaptability.

Strategische Führung im Rechtsbereich im Zeitalter agentischer KI

  • 1 min

Rückblick zur Legalweek 2026 Sitzung

Zentrale Erkenntnis: Agentische KI verändert die Arbeitsweise von Rechtsabteilungen und geht über reine Experimente hinaus hin zu messbarem operativem Nutzen. In der Legalweek 2026 Sitzung Strategic Legal Leadership in the Age of Agentic AI erläuterten Branchenexperten, warum Führungskräfte sich auf Anwendungsfälle mit hohem Mehrwert konzentrieren, die bereichsübergreifende Einführung steuern und klare Governance Strukturen schaffen müssen. Die Diskussion zeigte, dass diese Strategien Innovation, Verantwortung und Risiko ausbalancieren, während KI Agenten zunehmend in juristische Arbeitsabläufe integriert werden.

Mit ihrer Fähigkeit, komplexe Aufgaben zu automatisieren, Zusammenhänge zu verstehen und sich an veränderte rechtliche Anforderungen anzupassen, prägen KI Agenten die Zukunft leistungsstarker Rechtsabteilungen. Rechtsabteilungen, die agentische KI in ihre Abläufe integrieren, müssen Anwendungsfälle mit hohem Mehrwert identifizieren, organisatorische Veränderungen steuern und geeignete Schutzmechanismen festlegen.

Der Fokus lag auf der Legalweek 2026 Workshop Session zu Legal Operations von Epiq mit dem Titel Strategic Legal Leadership in the Age of Agentic AI Jon Kessler, Vice President und General Manager Information Governance bei Epiq, moderierte eine Diskussionsrunde mit vier Inhouse Führungskräften, die die Einführung agentischer KI in ihren Organisationen vorantreiben:

  • Jessica Escalera, Head of Legal Operations Americas bei HSBC
  • Nicole Langston, Head of eDiscovery und Counsel bei Barclays
  • Lydia Petrakis, Assistant General Counsel bei Microsoft
  • John Zhu, Senior Director Legal and Compliance Tech bei GSK

Förderung von Nutzung und Einführung

Zu Beginn erklärten die Panelteilnehmer den zentralen Unterschied zwischen generativer KI und agentischer KI. Nicole erläuterte, dass agentische KI Kontext versteht, Schritte plant, mit mehreren Systemen interagiert, eigenständig Entscheidungen trifft und zielgerichtet arbeitet. Vor diesem Hintergrund hob das Panel drei zentrale Punkte für die Einführung agentischer KI hervor.

Einsatz und Einführung über den Rechtsbereich hinaus

Die Einführung ist nicht auf Rechtsabteilungen beschränkt. Auch andere Bereiche nutzen KI und entwickeln kontinuierlich neue Anwendungsideen. Deshalb sollten Rechtsabteilungen über eigene juristische Workflows hinaus denken und mit anderen Unternehmensbereichen zusammenarbeiten, um echten geschäftlichen Mehrwert zu erzielen. Das erfordert einen klaren Wandel in Rolle und Arbeitsweise. Statt vorzugeben, wie andere Bereiche KI einsetzen, sollten Rechtsabteilungen einen agilen und partnerschaftlichen Ansatz verfolgen, der rechtliche Risiken mit strategischem Geschäftsnutzen in Einklang bringt.

Führung als Treiber der Einführung

Führung ist entscheidend, denn wer KI nicht nutzt, bleibt zurück. Die Einführung von KI ist kein einmaliges Projekt, sondern erfordert, die gesamte Organisation entlang der Lern und Umsetzungskurve zu entwickeln. Die Unternehmensleitung muss die treibende Kraft sein, die alle relevanten Stakeholder einbezieht und einen bereichsübergreifenden Ansatz vorantreibt.

Gleichzeitig sollten Führungskräfte Mitarbeitende einbinden, die bereits mit KI arbeiten. Nutzen Sie ihr Wissen, um interne Schulungen zu leiten, praxisnahe Anwendungsfälle zu teilen und als Ansprechpartner zu fungieren, damit Teams KI gezielt im Arbeitsalltag einsetzen.

Mindset ist genauso wichtig wie Technologie

Drittens erfordert die Einführung einen klaren Wandel im Denken. Dazu gehört ein Verständnis dafür, wie agentische KI funktioniert, was sie leisten kann und wo ihre Grenzen liegen. Ebenso wichtig ist ein klares Verständnis von Prozessen sowie der damit verbundenen Risiken. Gleichzeitig ist Iteration entscheidend. Die passenden Anwendungsfälle zu identifizieren und skalierbar zu machen erfordert Ausprobieren und Lernen. Führungskräfte sollten gezielte Experimente ermöglichen und klare Leitplanken setzen.

Anwendungsfälle und zentrale Überlegungen

Das Panel hob die praktischen und rechtlichen Aspekte bei der Identifizierung und Umsetzung agentischer KI Anwendungsfälle hervor. In der Praxis sind nicht alle Anwendungsfälle gleichwertig. Der beste Ansatz ist, mit einem Anwendungsfall zu starten, der für ein bestimmtes Team einen klaren und spürbaren Mehrwert bietet und als Ausgangspunkt dient. Häufig geht es dabei darum, Prozesse zu vereinfachen oder Erkenntnisse zu gewinnen, die ohne KI nicht möglich wären.

Governance, Verantwortung und menschliche Kontrolle

Governance ist entscheidend. Jon empfahl einen Lego Baustein Ansatz, bei dem klare Leitplanken in jedem Schritt und für jede Komponente eines Workflows verankert sind. Information Governance geht über den reinen Datenzugriff hinaus und definiert auch, welche Rechte ein Agent hat, welche Daten er teilen darf und mit wem. Die Delegation an KI Agenten schafft neue Risiken. Unternehmen müssen festlegen, wie viel. Entscheidungsspielraum Agenten erhalten und wann menschliches Urteilsvermögen erforderlich ist. Jessica betonte, dass ein zu großer Vertrauensvorschuss gegenüber KI schnell zu Überabhängigkeit führen kann. Deshalb muss am Ende immer ein Mensch die Verantwortung tragen.

John betonte, dass jederzeit klar sein muss, was ein agentischer Prozess und Workflow leistet, wer den Prozess verantwortet und wer für die Ergebnisse zuständig ist. Klare Verantwortung erfordert zudem Prüfungen und menschliche Kontrollpunkte, insbesondere wenn KI Agenten miteinander interagieren. Beteiligte müssen verstehen, warum sie bestimmte Ergebnisse erhalten und ausreichend Wissen über KI haben, um diese bei Bedarf zu hinterfragen.

Agentische KI ersetzt zunehmend klassische Softwarelösungen und ermöglicht Organisationen mehr Kosteneffizienz, bessere Entscheidungen, höhere Wettbewerbsfähigkeit und effizientere juristische Workflows. Führungskräfte in Rechtsabteilungen und ihre Teams spielen eine zentrale Rolle, um den sicheren und verantwortungsvollen Einsatz zu gewährleisten.

Der Inhalt dieses Artikels dient lediglich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar.

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